Incom ist die Kommunikations-Plattform der Hochschule Augsburg Gestaltung

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Imhoff_Suzan (Block I)

Auseinandersetzung mit Wetterdaten aus Augsburg mit dem Ziel durch eine Visualisierung neue und interessante Perspektiven zu schaffen und zu zeigen, dass Daten statt langweilig eine Erfahrung des bewussteren Sehens und Erinnerns unserer direkten Umgebung sein können.
Letztlich Fokus auf Daten zu Sonnenstunden 2016-2018 in einer Farbe-und-Kontrast-Darstellung.

Prozess

Farbe-und-Kontrast-Entwürfe

Ein erster Versuch waren Jahresüberblicke zu monatlichen Sonnenstunden bzw. Niederschlägen 2018. Das Ziel war ein möglichst simples Design zu finden, das nicht nur gut aussieht, sondern zum Nachdenken über etwas sehr alltägliches und naheliegendes anregt, und wenn möglich etwas überraschendes oder eine nicht allzu naheliegende Perspektive zu einem Datensatz zeigt, unter dem sich jeder etwas vorstellen kann.

Die Darstellung der Monatsdurchschnitte der Sonnenstunden erwies sich als nicht sehr interessant, im Sommer scheint nunmal mehr die Sonne, im Winter weniger. Tatsächlich stellte sich heraus, dass Niederschläge im Sommer 2018 recht hoch gewesen waren, allerdings wirkte das Design letztlich eher ein wenig verwirrend und nicht allzu aussagekräftig.

Um die Darstellung auf das Mindeste zu reduzieren wurden deshalb im nächsten Versuch nur Jahreszeiten dargestellt, drei Monate jeweils eine bildend. Die Visualisierung der Niederschläge wurde dadurch übersichtlicher, die der Sonnenstunden visuell ansprechender und interessanter. Generell war es nicht nötig gewesen, 12 Monate darzustellen. Allerdings sollte noch ein wenig nach interessanteren Perspektiven auf den Datensatz gesucht werden.

Zur Darstellung wurden in Code jeweils monatliche Durchschnitte errechnet, die dann auf die Sättigung einer bestimmten Farbe in Prozent übertragen wurden. So wurden durchschnittliche Sonnenstunden pro Monat beispielsweise mit 10 multipliziert, um eine Sättigung von 94,7% im Juli und eine von 8,2% im Dezember zu erhalten. Das selbe gilt für Niederschläge, die mit 40 multipliziert wurden.

Versuch einer Umsetzung mit Punkt, Linie, Fläche

Zunächst kam die Idee auf, in einer Art Diagramm externe Datensätze mit Wetterdaten scheinbar korrelieren zu lassen, wie beispielsweise viele Eheschließungen in Augsburg in Korrelation dazu wie schön das Wetter war, oder, viele Geburten in Augsburg als freudige Nachricht in einer Zeit in der das Wetter als betrüblich empfunden wurde. Solche Datensätze fanden sich allerdings nur als Jahresdurchschnitte und auch andere Ansätze fanden nicht wirklich eine Umsetzung. So führte der Versuch, eine Darstellungsart mit Linien zu finden recht schnell zurück zu Farben.

Zunächst eine Ableitung vorhandenen Codes zu Temperaturen, die zwar visuell ansprechend wirkt, aber ausschließlich offensichtlich wirkende Aussagen trifft.
Auf einen anderen Datensatz angewendet wurde daraufhin versucht, unterschiedliche Arten von Niederschlag, wie Regen und Schnee, aber auch Tau und Frost bzw. das Ausbleiben alldessen, darzustellen. Es wurde allerdings keine visuell ansprechende farbliche Lösung gefunden die starke Assoziationen mit besagten Niederschlagsarten hervorruft und deshalb wurde schließlich davon abgesehen.
Auf einen weiteren Datensatz angewendet kam schließlich allerdings die Idee auf, statt Niederschlagsarten unterschiedliche Färbungen des Himmels darzustellen. Mithilfe der Daten für tägliche Sonnenstunden wurde besagter Code erneut benutzt, allerdings sah das Ergebnis zu wenig wie ein Himmel bzw. generell wenig ansprechend aus, weshalb auch davon schließlich vorerst abgesehen wurde.

Versuche zu Typografie

Versuche zu Typografie erwiesen sich als herausfordernd und eher krampfhafte Versuche, eine bestimmte Darstellungsart zu verwenden und lösten keine wirklichen neuen Ideen aus.

Eine Idee war, einen Text eines Augsburger Schriftstellers mithilfe von bestimmten passenden Wetterdaten zu visualisieren, ein Gedicht über Augsburg oder ähnliches, es wurde aber nichts passendes gefunden.

Im Folgenden der Ansatz einer Darstellung der Relevanz von Wetter in Gesprächen von Menschen. Für jeden Tag an dem die Temperatur unter 10 oder über 25°C betrug wurde ein „meh“ an einer zufälligen Stelle eingefügt, für alle anderen Tage ein „oh ja“. Es gab weitere Ideen zur Ausarbeitung und die Wirkung der ersten Umsetzung stellte sich als tatsächlich möglicherweise interessant heraus, denkbar wäre z.B. eine Umsetzung als Animation über den Jahresverlauf, um die Dynamik der Gesellschaft in dieser Hinsicht darzustellen, z.B. mit Kommentaren zu bestimmten Wetterkategorien, die man aus seiner tatsächlichen Umgebung sammelt.

Letztlich überwiegten diesen Überlegungen neue Ideen zur Farbe-Kontrast-Darstellung.

Entwürfe zur finalen Ausarbeitung

Nachdem die Linien zur Farbe des Himmels so wenig überzeugend gewesen waren, kam die Ideen auf, stattdessen Quadrate zu benutzen und schließlich die Datensätze von drei Jahren, um ein Plakat zu füllen und den Winter nicht auseinandergezogen, sondern des Jahreskreislauf vollständig sehen zu können. Die letzten verfügbaren drei Jahre wurden gewählt, um weiterhin das Ziel zu verfolgen, etwas dem Betrachter möglichst nahestehendes zu zeigen, an das er sich vielleicht sogar aus einer anderen Perspektive noch erinnert. Die Farben sollten tatsächlich an die Farben des Himmels erinnern. Eher gräulich und kalt im Winter, das richtige Blau für den Sommer. Zu identifizieren, welche Farben wir im Himmel sehen, erwies sich als recht herausfordernd, aber wurde schließlich gelöst. Außerdem sollte die Wirkung beibehalten werden, dass es sich bei den Quadraten um kleine Mosaike oder Kacheln handelt, die beispielsweise nicht mit einem schwarzen Hintergrund gegeben war. Dieser wirkte eher wie altmodische Outlines.

Letztlich musste aber eingesehen werden, dass die Kacheloptik so nicht bestehen bleiben könnte, wenn der Himmel hell wie er tatsächlich ist dargestellt werden soll. So ergab sich schließlich das finale Ergebnis.

Resultat

Fünf Stufen durchschnittlicher Sonnenstunden wurden in unterschiedlichen Blautönen dargestellt, die versuchen Assoziationen zu tatsächlichen Himmelfarben hervorzurufen. Außerdem erinnert die Darstellung an eine Pixel-Darstellung des Himmels.

Zu sehen sind die Daten der Jahre 2016-2018, außerdem eine Legende zur Erläuterung der Farben und der Schriftzug „Himmel über Augsburg 2016-2018, Statistik anhand von gemessenen Sonnenstunden (h) pro Tag (d)“.

Passend zu der möglichen Pixel-Assoziation des Bildes und der relativen Simplizität wurde die moderne, serifenlose Schriftart „Bahnschrift“ verwendet.

Ein Projekt von

Fachgruppe

Interaktive Medien

Art des Projekts

Studienarbeit im Grundstudium

Betreuung

Prof. Andreas Muxel

Zugehöriger Workspace

IA Grundlagen Interaktiver Gestaltung (Gruppe B)

Entstehungszeitraum

Sommersemester 2020